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Chinchillas zählen nicht unbedingt zu den Haustieren, die jeder kennt. Erzählt man manchen Menschen, dass man Chinchillas hält, muss man mit Fragen wie "Ist das ein Hund?" oder Meldungen auf die Art "Na, da kannst du dir ja eine schöne Pelzhaube draus machen!" oder ähnlichem rechnen.
Sehen sie dann so ein Tierchen in natura, denken manche an eine Kreuzung zwischen Eichhörnchen, Kaninchen oder was weiß ich alles. Bei vielen ist es Liebe auf den ersten Blick und sie finden Chins sofort total süß :-)
Hier findet ihr einen kleinen Steckbrief und könnt nachlesen, wie Chinchillas zu uns nach Europa kamen.
Steckbrief
Name: Langschwanz-Chinchilla (chinchilla lanigera). Heimat: Südamerika Fellfarbe: Die Stammform ist hellgrau bis dunkelgrau mit heller oder weißer Körperunterseite und wird "Standard" genannt. Seit den 50er Jahren sind aus der Pelztierzucht eine Vielzahl an Farben hervorgegangen - weiße, schwarze, braune, blonde u.a. Körperlänge: 25-35 cm Schwanzlänge: 15-20 cm Gewicht: ein ausgewachsenes Tier hat meist 400-600 g, es gibt aber auch schwerere. Lebenserwartung: bis zu 22 Jahre Geschlechtsreife: mit 4-5 Monaten Trächtigkeitsdauer: durchschnittlich 111 Tage Anzahl der Jungen pro Wurf: meist 1-2, selten 3-5 Anzahl der Würfe pro Jahr: bis zu 3
Geschichte
Die Informationen, die dieser Text enthält, habe ich dem Buch "Mit Tieren leben" von Norbert Deppe entnommen.
Die ursprüngliche Heimat der Chinchillas sind die trockenen Gebiete der Hochanden und Kordilleren in Südamerika. Dort leben sie in Höhenlagen zwischen 3000 und 6000 Metern gesellig in Kolonien zusammen. Sie bewohnen Felsspalten und Höhlen.
Um 1600 berichteten Europäer, die nach Südamerika reisten, erstmals von einem kleinen, bislang unbekannten Nagetier, das von den Indios in großer Zahl gehalten wurde. Auf den ersten Blick wirkte das Tierchen eher unscheinbar, aber bald schon versetzte es die Europäer in Staunen. Der Grund: Es besaß ein Fell, das an Qualität alles bis dahin Bekannte übertraf. Bald schon drang die Kunde vom "schönsten Streichelgefühl der Welt" nach Europa, und mit ihr gelangten auch die ersten Felle in die Alte Welt. Wer es sich leisten konnte, holte sich ein Chinchilla ins Haus - als Pelzmantel. 120 Tiere mussten pro Mantel ihr Leben lassen.
Die folgenden Jahrhunderte brachten einen lebhaften Aufschwung des internationalen Pelzhandels. Ein ganzes Heer von Pelzjägern stellte den grauen Nagern bis in die entlegensten Reviere nach. Und sie leisteten ganze Arbeit. Bereits um die Jahrhundertwende war der Bestand an freilebenden Tieren dramatisch zurückgegangen. 1931 war die größte und schönste Art, das Königs-Chinchilla, endgültig ausgerottet. Besonderen Schutzgebieten ist es zu verdanken, dass wenigstens die kleineren Arten in freier Wildbahn überleben konnten.
Bald schon versuchte man Chinchillas in speziellen Zuchtfarmen nachzuzüchten, anfangs nur mit mäßigem Erfolg. Haltung und Ernährung machten den Züchtern zunächst Schwierigkeiten, hinzu kam die relativ niedrige Vermehrungsrate. Sie als Heimtiere zu halten war damals ein kostspieliges und exklusives Hobby für den Spezialisten. Dies hat sich aber mittlerweile grundlegend geändert, heutzutage kann sich jeder den Traum vom eigenen Chinchilla erfüllen.
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