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Wenn ich auf der Suche nach einem Chinchilla bin, schaue ich zuerst einmal in verschiedenen Zeitungen bei den Inseraten nach. Auf diesem Weg findet man oft "Second-Hand-Tiere", die aus Zeitgründen etc. abgegeben werden und relativ billig sind. Meiner Meinung nach sollte man nicht nur beim Züchter Tiere kaufen, sondern auch solche aufnehmen, da diese es schwerer haben, ein neues Zuhause zu finden, weil sie meist keine Jungtiere mehr sind und keine ausgefallene Farbe haben.

 

Ein Jungtier einem Chin, der schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat, vorzuziehen, finde ich unfair. Ein älteres Tier kann auch sehr zutraulich werden. Ein junges Tier zu nehmen, weil man dieses länger dann länger hat, ist Blödsinn - diese musste ich schon ein paar mal machen. Einmal ist bei mir ein Chin im Alter von 1/2 Jahr und einmal eines mit ca. einem Jahr gestorben, beide hatte ich nur wenige Monate. Mein ältestes Tier Mary Lou ist etwa zehn Jahre alt und lebt nun schon über ein Jahr bei mir - und wenn wir Glück haben, zählt sie auch noch in zehn Jahren zu meiner Rasselbande.

 

Ein Standard, also ein graues Chinchilla, zu bekommen, ist relativ leicht. Wenn man eine Farbmutation möchte, muss man schon um einiges tiefer in die Tasche greifen. Die Verlockung, neben Standards auch "bunte" Chins zu besitzen, ist natürlich groß. Zu meinen Favoriten zählen z.B. weiße Tiere und den Traum von einem Silberschecken (weiß mit grauen Flecken) habe ich mir auch erfüllt. Aber im Endeffekt hab ich dann natürlich alle Süßen gleich gern - egal ob weiß oder grau :-)

 

Zwei Beispiele für Chinchilla-Züchter, mit denen ich Bekanntschaft gemacht habe: Von einem war ich sehr positiv überrascht, weil man wirklich das Gefühl hatte, dass er seine Tiere liebt und ihm ihr Wohlergehen wichtig ist. Er hat auch genau gefragt, was ich füttere und wie ich meine Chins halte, um sicher zu gehen, dass die zwei seiner Lieblinge, die ich nahm, einen schönen Platz bei mir bekommen. Ein anderer Züchter, den ich kenne, ist eine Frau. Auch sie hat ihre Tiere gern - aber das hindert sie leider nicht daran, sie mit Popcorn und Schokolade zu füttern und ihnen Vogelsand anstatt eines ordentlichen Badesandes zu geben... Von ihr werde ich sicher kein Tier mehr kaufen, obwohl sie sehr hübsche Silberschecken hat. Unter den Züchtern gibt es also sowohl wirkliche Tierliebhaber, bei denen das Wohl ihrer Schützlinge an erster Stelle steht, als auch schwarze Schafe, von denen man keine Tiere kaufen sollte.

 

Die dritte Möglichkeit, ein Chinchilla zu kaufen, sind Zoohandlungen. Auch hier gibt es viele, die von der Chinchillahaltung nicht viel Ahnung haben und bei denen das Geschäft an erster Stelle steht. Aber nicht alle sind so und daher zähle ich nicht zu den Leuten, die sagen, dass man prinzipiell keine Tiere aus Zoohandlungen kaufen soll. Als wir z.B. mal in einer Zoohandlung zugleich Meerschweinchenfutter und Chinchilla-Leckerlis gekauft haben, hat die Verkäuferin gefragt, ob wir den Chins eh kein Meerschweinchenfutter geben. Das zeigt schon mal, dass sich die Verkäuferin um das Wohl der Tiere Gedanken macht.

 

Abschließend möchte noch etwas zum Thema Mitleidskauf sagen: Ein Tier von einer Privatperson, die es schlecht behandelt und loswerden möchte, "freizukaufen" ist sicher eine gute Tat. Aber von einem Züchter oder einer Zoohandlung Tiere zu kaufen, weil sie schlecht gehalten werden und sie einem leid tun, bringt im Endeffekt nichts, weil man dadurch nur Platz für neue Tiere schafft. Ich halte es daher für sinnvoller, Züchter oder Zoohandlungen, die ihre Tiere in zu kleinen, verdreckten Käfigen halten und nicht richtig ernähren, anzuzeigen.

 

 

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