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Samstag, 8. Januar 2000 Nachdem einige Wochen zuvor das Chinchilla-Virus bei mir ausgebrochen war und ich begonnen hatte, mich ausführlich über die possierlichen Nager zu informieren (vor allem im Internet) zog an diesem Tag das erste Exemplar - ein Standard-Junge, der am 18. August 1999 das Licht der Welt erblickt hatte - bei uns ein. Wie ich auf die Idee gekommen bin, dass ich ein Chinchilla möchte, weiß ich nicht mehr so genau, ich erinnere mich allerdings noch daran, dass kurz nachdem ich angefangen hatte, mich für die Pelznasen zu interessieren, meine Mama eine ihre Cousinen traf, die zwölf Chins hatte. Und als wir die dann besuchten, war es um mich geschehen - mein Entschluss stand fest: So ein Tierchen musste ich einfach haben ;-)
Ich kaufte mein erstes Chinchilla in einer Zoohandlung und nannte es Elvis. Ein sehr passender Name, denn der 8. Januar ist - wie ich später erfuhr - der Geburtstag von Elvis Presley. Da Elvis' neues Heim noch nicht ganz fertig war, als wir zuhause ankamen, musste er erstmal in der Pappschachtel, in der ich ihn transportiert hatte, sitzen bleiben. Bald schon kletterte er jedoch heraus und setzte sich ganz frech auf meine Hand. Das war das erste Mal in meinem Leben, das ich ein echtes Chinchilla in der Hand hatte. Als ich ihn jedoch streicheln wollte, gab er einen hustenartigen Laut bzw. Fauchen von sich (was soviel heißt wie "Finger weg!") und ich zog meine Hand rasch wieder zurück. Dieses Geräusch nannte ich übrigens "spucken", er spuckte zwar nicht wirklich, aber es hörte sich so an ;-) Als mein Papa mit dem neuen Käfig fertig war, nahm ich Elvis - aus Angst er würde mich beißen (heute muss darüber lachen, dass er mich mit seinen Drohgebärden so eingeschüchtert hat *gg*) - rasch aus der Schachtel und setzte ihn in sein neues Heim, wo er sich auch gleich wie zuhause fühlte. Dass er sich so schnell eingewöhnte, hat mich echt fasziniert, bei Meerschweinchen z.B. dauert es i.d.R. viel länger, bis sie sich in einer neuen Umgebung eingelebt haben. Nach ein, zwei Tagen traute ich mich dann endlich, Elvis richtig anzufassen. Ich griff vorsichtig in den Käfig und als ich dann merkte, dass er nur "spuckte", als ich ihn herausnahm, aber als ich ihn dann auf dem Arm hatte, voll lieb war, hatte ich meine Scheu vor dem kleinen Fellknäuel entgültig überwunden. Bald schon fiel mir auf, dass Elvis' Geschlechtsteil auffällig oft heraushing und er immer wieder daran herumzupfte. Daraufhin riefen wir bei dem Zooladen an, wo ich ihn gekauft hatte; die Verkäuferin meinte, dass das normal sei. Damit bewies sie, dass sie kein wirkliches Fachwissen hatte, denn der Tierarzt, den wir anschließend fragten, erklärte, dass Elvis Haarringe hatte, durch die er das Glied nicht mehr einziehen konnte. Haarringe verursachen Schmerzen und können sogar zum Tod des Tieres führen. Der Tierarzt riet uns die Haarringe durch Einschmieren von Elvis' Geschlechtsteil mit Öl zu entfernen, was auch gottseidank klappte :-) Elvis bekam jeden Tag ca. zwei Stunden Freilauf. Ganz frech kletterte er manchmal auf uns herum und wurde sehr zutraulich. Er war ein richtig liebenwürdiges Kerlchen und es machte eine Menge Spaß, ihm beim Herumtoben zuzuschauen.
Montag, 3. April 2000 Leider währte das Glück mit Elvis nur wenige Monate. Als ich an diesem Tag von der Schule nach Hause kam und in seinen Käfig guckte, hatte ich das Gefühl, als ob irgendwas nicht ganz mit ihm stimmte. Er saß irgendwie teilnahmslos dort. Eigentlich ist es nicht ungewöhnlich bei einem Chin, wenn sie tagsüber ruhig in der Ecke sitzen, da sie ja zu dieser Zeit schlafen. Ich gab ihm eine Rosine, die er auch gleich fraß. Aber trotzdem hatte ich - im Gegensatz zu meiner Mama, die meinte, dass er normal ausschaut - ein ungutes Gefühl. Sein Blick war irgendwie anders. Trotzdem kam ich dann mehr oder weniger zu dem Entschluss, dass ich mir das nur einbildete. Den Nachmittag verbrachte ich draußen im Garten und als ich reinkam, hatte ich einen Riesenschock: Elvis lag tot im Käfig. Ich konnte es einfach nicht fassen. Einen Tag zuvor war er noch quicklebendig herumgesprungen, man hatte ihm überhaupt nix angemerkt... Ich überlegte, was ich falsch gemacht haben könnte, kam aber zu keinem Ergebnis. Das ist das Beschissene im Umgang mit Chins: Wenn sie eine Krankheit haben, merkt man es oft zu spät :-(( Ich hatte den kleinen Elvis voll gern und werde ihn nie vergessen!!!
Nach ein paar Tagen fiel mir ein, dass Elvis ja noch eine Schwester hatte. Wir riefen im Zoogeschäft an und es stellte sich heraus, dass diese vor einer Woche verkauft worden war. Also blieb der Chin-Stall vorerst leer.
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