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Samstag, 6. Mai 2000 Nach Elvis Tod folgte etwa ein Monat chinchillafreie Zeit - bis ich eines Tages über den Chinchillafanclub im Internet auf ein Chinchilla-Böckchen aufmerksam wurde, dass ein neues Zuhause suchte. Die Besitzer von dem Kleinen - er hieß Charly - wollten nach Australien auswandern und konnten ihn nicht mitnehmen. Sie wohnten in Gänserndorf, ca. 170 km von mir weg und waren bereit, mir das Chinchilla zu bringen, da sie ohnehin vorhatten, Verwandte, die in meiner Nähe wohnten, zu besuchen. Am 6. Mai war es dann soweit - Charly zog bei uns ein. Dem Jungen, der das Chin hergeben musste, fiel der Abschied furchtbar schwer. Wenigstens konnten wir ihm versichern, dass es Charly gut bei uns haben würde. Da ich damals ein Meerschweinchen, das auch Charly hieß, hatte, taufte ich das Chin auf Kevin um. Er war ein etwa ein Jahr altes beiges Böckchen mit großen rosa Ohren und dunkelbraunen Augen. So wie Elvis war auch er ein sehr liebenswürdiges Kerlchen.
Einige Mail-Bekannte von mir meinten, dass es besser wäre, ein zweites Chinchilla zu kaufen, da die Wollmäuse sehr gesellige Tierchen sind und gerne mit Artgenossen kuscheln. Daher hatte ich bereits vor Kevins Ankunft beschlossen, ein Mädel für ihn zu kaufen. Ich begann, nach einem Black Velvet zu suchen, da ich diese Farbe wunderschön finde. Ich gab auf vielen verschiedenen Internetseiten eine Suchanzeige auf und eines Tages erhielt ich eine Mail von einer Frau, die ein Black Velvet Mädel zum Abgeben hatte. Leider wohnt sie in Augsburg, also hunderte Kilometer von mir weg (ich bin in Arbing/Oberösterreich daheim). Aber auch diesmal hatte ich Glück; die Frau wollte mir das Chin bringen.
Samstag, 27. Mai 2000
Freitag, 25. Juli 2000 Zwei Monate lang verlief alles "normal". Kevin und Nicky waren dicke Freunde, bekamen jeden Abend zwei Stunden Freilauf und knabberten dabei eifrig Möbel und Tapeten an ;-) Bei Nicky stellte sich heraus, dass sie im Gegensatz zu Kevin eine kleine Zicke ist. Kevin hingegen wurde von vielen Leuten wegen seiner großen rosa Lauscher belächelt. Na ja, ich fand seine Ohren jedenfalls süß. Am 25. Juli brachte ich die beiden wie jeden Tag in ein Zimmer zum Austoben und mistete, während sie ihren Freilauf hatten, ihren Stall aus. Und als ich nichtsahnend das Schlafhäuschen herunternahm, hatte ich einen Riesenschock: Aus dem Häuschen fiel ein dunkles Etwas heraus, das sich sogleich als totes Chin-Baby herausstellte. Das Kleine - ein Black Velvet - hatte eine Verletzung am Kopf. Ich hatte Nicky also schon schwanger gekauft, bei ihrer Vorbesitzerin hatte sie bei zwei weißen Chins, von denen einer (oder zwei?) ein Böckchen war, gesessen. Und Kevin hatte gemerkt, dass das Baby, das sein Mädel zur Welt brachte, nicht von ihm war und hatte das Kleine kurzerhand umgebracht :-(( Mensch, das wäre eine Riesenfreude gewesen, wenn ich ein lebendes Baby gefunden hatte. Aber kaum war es zur Welt gekommen, ist das Kleine schon wieder aus dem Leben gerissen worden ... die Natur ist halt oft grausam. Andererseits zeigt der Vorfall, wie intelligent Chin-Böckchen in dieser Hinsicht im Vergleich zu Männern sind. Denn einem Menschen kann man leichter ein Kind unterjubeln, das nicht von ihm ist *g*. Als ich mir Nicky nachher genauer anguckte, merkte ich schon, dass sie dünner geworden war. Aber es ist sehr schwer bei einem Chin, das man noch nicht so lange hat, zu erkennen, ob es schwanger ist, da es sehr langsam zunimmt. Und wenn man nichts von einer Schwangerschaft ahnt, wiegt man es ja auch nicht ständig.
Montag, 28. August 2000 Als ich meine Chins an diesem Abend aus dem Käfig holte und ins Freilaufzimmer brachte, merkte ich, dass mit Kevin etwas nicht stimmte. Er war so seltsam ruhig... Sofort wurde ich an Elvis' Tod erinnert und war verzweifelt. Als ich die zwei wieder in den Käfig setzte, legte sich Kevin auf die Seite. Ich war mir sicher, dass er sterben würde und heulte Rotz und Wasser. WARUM? fragte ich mich immer und immer wieder. Was machte ich denn bloß falsch? Nicky merkte auch, dass mir ihrem Freund etwas nicht stimmte. Sie wusste nicht recht, wie sie mit der Situation umgehen sollte, und lugte unsicher von einem Sitzbrett herunter.
Dienstag, 29. August 2000
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