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16. September - 2. Dezember 2000

 

 

Samstag, 16. September 2000

Als wir wieder mal im Zooladen waren, ging ich ohne besonderer Absichten in den Raum, wo die zu verkaufenden Tiere sind. Und mitten unter den Käfigen mit schreienden Vögeln, Zwergkaninchen, Meerschweinchen, Mäusen und was weiß ich alles, stand der Chinchilla-Käfig. Das graue Tierchen, das da drinnen saß, hatte die Vorderpfoten auf dem Gitter und guckte mich mit ihren schwarzen Augen sehnsüchtig an. Es war die Mutter von Elvis. Und sie sagte lautlos zu mir "Nimm mich mit!"...

 

Samstag, 23. September 2000

Um Punkt 12 Uhr betraten mein Papa und ich die Zoohandlung (die übrigens samstags um 12 Uhr zusperrt) und sagten zu der Verkäuferin, dass wir das Chinchilla-Mädel samt Käfig kaufen wollen. Die schaute uns verdutzt an, weil wir so ein altes Chinchilla kaufen wollten. Die Kleine ist 1992 oder 1993 geboren und gehört meiner Meinung nach noch nicht zum alten Eisen. Aber das spielte sowieso keine Rolle, weil ich mich einfach in sie verguckt hatte und sie haben wollte. Wir einigten uns darauf, dass  wir das Mädel - ich nannte sie Mary Lou - nachmittags geliefert bekommen würden, weil der Käfig nicht in unser Auto passte. Den Käfig bekamen wir leihweise mit. Wie sich nachher beim Ausmisten herausstellte, war er schon ewig nicht mehr ordentlich gereinigt worden.

Wir stellten Mary Lou's Heim in das Zimmer, in dem Nicky immer Freilauf hatte. So konnten sie sich erstmal, durch das Käfiggitter getrennt, kennen lernen. Anfangs haben sie die zwei Mädels furchtbar angegiftet.

Genauso wie Elvis, faucht auch Mary Lou wenn man sie anfasst, hat man sie aber auf dem Arm, ist sie ganz lieb. Sie hat ziemlich viel durchgemacht in ihrem Leben. Das Böckchen, mit dem sie zusammensaß, wurde von einer Verkäuferin im Zooladen ohne Wissen der Chefin verkauft. Und ihre Tochter, Elvis Schwester, wurde ihr weggenommen, als die Kleine bereits mehr als ein halbes Jahr alt war. Verständlicherweise entwickelte sich Mary Lou zu einer eigenwilligen Dame, die einem auch mitten ins Gesicht pinkelt, wenn ihr etwas nicht passt. Somit passt sie vom Charakter her sehr gut zu Nicky, die ja auch eine kleine Zicke ist.

Jeden Tag hatte Nicky, in dem Raum, wo Mary Lou's Käfig stand, Freilauf. Bald schon fauchten sich die zwei Mädels durchs Gitter nicht mehr an. Nachher, wenn Nicky wieder in ihrem Stall saß, bekam Mary Lou Freilauf. Anfangs wackelte sie ziemlich tollpatschig herum, schließlich war sie was weiß ich wie lange nicht mehr aus ihrem kleinen Käfig gekommen. Aber bald schon war auch sie flotter unterwegs.

 

Donnerstag, 5. Oktober 2000

An diesem Tag ließ ich Nicky und Mary Lou das erste Mal zusammen laufen. Ich wählte dafür als neutralen Ort unser Badezimmer. Die beiden verstanden sich wunderbar, es gab keinerlei Probleme :-)

 

Sonntag, 22. Oktober 2000

Da meine Chins bei ihren Ausflügen in unserer Wohnung immer ziemlich viel Unfug trieben, beschloss mein Papa in dem Raum, wo unsere Ölheizung steht, ein großes Gehege für die Mädels zu bauen, damit sie nicht mehr so oft Freilauf brauchten.

An diesem Tag war das Gehege fertig und Mary Lou konnte einziehen. Da ich noch immer hoffte, dass Nicky von Kevin Babys bekommen würde und ich nicht riskieren wollte, dass Mary Lou sie umbringt, falls welche zur Welt kamen, ließ ich Nicky vorerst in ihrem alten Stall. Nur abends durfte sie eine Weile zu Mary Lou ins Gehege.

 

Samstag, 2. Dezember 2000

Da bei Nicky nach wie vor keine Anzeichen einer Schwangerschaft zu sehen waren, durfte sie endgültig bei Mary Lou im Gehege einziehen.