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8. August - 15. August 2001

 

Mittwoch, 8. August 2001

 In der Arbeit zerbrach ich mir den Nachmittag über den Kopf über meine Chins. Ich hatte schon viel Negatives über Kastrationen gehört und daher Angst um Romeo. Aber andererseits sah ich keinen anderen Ausweg. Mit Atréju würde er sich nie vertragen und ich merkte, dass Juliet ihn vermisste. Und wenn dann öfters Nachwuchs kommen würde, wüsste ich nicht wo hin mit den Babys. Ich hätte keine Freude mehr an meinen Chins, wenn ich wüsste, dass ich die Kleinen abgeben muss, aber behalten könnte ich sie natürlich auch nicht alle.

Ich hoffte, dass wir die Kastration so schnell wie möglich hinter uns bringen konnten und versuchte, dem Können unseres Tierarztes zu vertrauen. Er hatte bereits unsere Hündin, einen unserer Kater und unseren Zwergkaninchen-Rammler kastriert. Hoffentlich ging es auch diesmal gut...

Als es endlich 15:40 war und ich nach Hause durfte, erwartete mich meine Mama mit einer Neuigkeit: Romeo war bereits kastriert. Am Vormittag war der Tierarzt bei uns gewesen, um unsere Hündin zu impfen und da hatte sie ihm Romeo gleich mitgegeben. Mir fiel ein Stein vom Herzen.

Am Abend holten wir Romeo ab. Er war wach, aber die Narkose wirkte noch ein bisserl, er war ziemlich wackelig auf den Beinchen. Aber das wichtigste war, dass er die Kastration ohne Komplikationen hinter sich hatte. Der Tierarzt gab uns ein Antibiotikum mit, dass wir Romeo ein paar Tage lang geben sollten.

Die Nacht über ließ ich Romeo in der Transportbox. Ich befestigte eine Wasserflasche an der Transportbox, Futter bekam er keines.

 

Donnerstag, 9. August 2001

An diesem Tag war Romeo schon nicht mehr wackelig auf den Beinchen. Wir setzten ihn in einen kleinen Käfig, wo er sich einige Tage von der Operation erholen sollte. In eine Ecke legte ich ihm ein Handtuch zum Kuscheln. Abends bekam er wieder seine normale Futterration und begann auch prompt, seine Pellets zu futtern.

Von dem Antibiotikum war ich nicht sehr begeistert. Soviel ich weiß ist Antibiotikum nicht unbedingt gesund und außerdem war es immer eine Tortur, das Zeug in Romeo reinzukriegen. Nach dem ich es ihm ein paar Mal gegeben hatte, landete das Antibiotikum im Müll. Das soll jetzt nicht heißen, dass man seinem Chin kein Antibiotikum geben soll, auch wenn es vom Tierarzt verordnet wird - es gibt durchaus Situationen wo es Leben retten kann - aber in diesem Fall war es meiner Meinung nach nicht nötig und es stellte sich auch als unnötig heraus, da Romeo auch so wieder völlig gesund wurde.

 

Schon bald war Romeo wieder so aktiv, dass er die Sitzstange in seinem vorrübergehenden Heim (es handelte sich dabei um einen Vogelkäfig) so bearbeitete, dass sie abbrach. Und da er einen so lebendigen Eindruck machte, ließ ich ihn ein paar Tage nach der Kastration mit seinen zwei Mädels Juliet und Bandit laufen. Als ich sie nach ein paar Stunden das Freilaufzimmmer betrat und die drei wieder einfing, hatte ich das leise Gefühl, das Verhältnis zwischen Romeo und Juliet stimmte nicht mehr ganz. Ich verwarf den Gedanken aber sofort wieder.

Obwohl er schon wieder fit war, wollte ich Romeo erst wieder zu den anderen setzen, wenn eine Woche rum war, damit er sich auch wirklich voll erholen konnte. Das Riskiko, dass nochmal Nachwuchs kommen könnte, da Romeo ja noch vier Wochen decken konnte, nahm ich in Kauf. Für ein oder zwei Babys hätte ich schon noch Platz ;-)

 

Dienstag, 14. August 2001

Endlich war der Tag gekommen, ab dem Romeo für immer bei seinen Mädels bleiben sollte. Die Drei bekamen wieder gemeinsamen Freilauf. Diesmal sah ich richtig, dass Juliet Romeo jagte. Da ich es aber noch nicht ganz wahrhaben wollte, setzte ich sie in ihren gemeinsamen Käfig. Dort ging Juliet sofort auf ihn los und riss ihm ein Büschel Haare aus. Geschockt nahm ich Romeo aus dem Käfig. Ich war wütend. Das wollte ich jetzt nicht so einfach akzeptieren - Juliet war doch nur eine Woche von ihrem geliebten Romeo getrennt gewesen, sie konnte auch noch nicht wissen, dass er kastriert war, da seine Triebe ja noch voll da waren. Mir reichte es. Waren diese Viecher wirklich so dickköpfig? Kurz entschlossen nahm ich Romeo, Juliet und auch Bandit - ich wollte die Kleine nicht einfach alleine sitzen lassen - und steckte sie in die Transportbox.

 

Mittwoch, 15. August 2001

Da saßen die Drei nun ganze 24 Stunden lang - und waren wieder die besten Freunde. Das Futter stellte ich ihnen in die Transportbox rein und sie fraßen friedlich aus einem Napf. In dem engen Ding gefiel es ihnen natürlich nicht unbedingt und sie guckten mich beleidigt an.

Mittwoch Abend durften sie dann raus, ins Freilaufzimmer. Ich hoffte, dass Juliet nicht wieder mit der Jagerei anfangen würde. Aber die 24-stündige Haft hatte geholfen, sie war wieder so lieb zu Romeo wie früher :-)) Tja, sie war wohl sauer auf ihn gewesen, weil er sich einfach ein paar Tage nicht bei ihr blicken hatte lassen. Aber nun war die Family wieder glücklich vereint.

Romeos Wunde verheilte super, nur einen grünen Hintern hatte er noch eine Weile - den haben nämlich alle Tiere, die von unserem Tierarzt kastriert werden ;-)

 

Fortsetzung folgt!