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Das Aneinandergewöhnen von zwei sich fremden Chins ist manchmal nicht ganz einfach und klappt am besten, wenn man viel Geduld und Fingerspitzengefühl einbringt. Damit Chinchillas einen fremden Artgenossen in ihrem Käfig, der ja ihre Revier ist und den sie auch dementsprechend verteidigen, akzeptieren, muss man sie langsam aneinander gewöhnen. Zu einem Chin, den man schon eine Weile hat, einfach einen neuen dazuzusetzen ist sehr leichtsinnig und kann mit einem Todesfall enden. Als ich noch kaum Erfahrungen mit Chins hatte, habe ich einmal zu einem Böckchen ein fremdes Mädel in den Käfig dazugesetzt. Das hat geklappt, weil beim Böckchen der Geschlechtstrieb stärker als der Revierverteidigungsinstinkt war. Umgekehrt - wenn ich ein Männchen zu einem Mädel gesetzt hätte - wäre die Geschichte wahrscheinlich nicht so gut ausgegangen. Es kann sein, dass eine Vergesellschaftung schon nach ein paar Stunden klappt, nach einigen Tagen bzw. Wochen oder auch gar nicht, wenn sich die betreffenden Chins einfach nicht mögen - das kommt eben auf den Charakter der Tiere, ob und wie lange sie allein waren und welche Erfahrungen sie bisher mit Artgenossen gemacht haben, an.
Wer mit wem? Ein Böckchen und ein Mädel vertragen sich natürlich i.d.R. sehr gut, ebenso kann man auch zwei oder mehr Weibchen zusammensetzen. Zwei oder mehr Böckchen: Wenn keine Weibchen in der Nähe sind, kann man sie ohne weiteres vergesellschaften. Sind Mädels im selben Raum, kommt es vermehrt zu Rangkämpfen unter den Böckchen und die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Freundschaft auf Dauer erhalten bleibt, sinkt. Ein oder mehrere Weibchen mit mehreren Böckchen: Das geht auf keinen Fall gut, weil ein Böckchen die Weibchen, die sich bei ihm im Käfig befinden, als seinen Harem beansprucht und daher keine Konkurrenten duldet. Ein Böckchen mit mehreren Weibchen (Polygamhaltung): Klappt i.d.R. gut - zumindest solange kein Nachwuchs da ist. Bringt eines der Mädels Babys zur Welt, kann es zu Streitereien unter den Weibchen kommen. Es kann z.B. sein, dass ein Weibchen die Babys eines anderen verletzt oder sogar tötet. Es gibt zwar viele Fälle, in denen es zu keinen Problemen kommt, ich rate aber trotzdem davon ab; mir persönlich wäre das Risiko, dem die Babys ausgesetzt sind, zu groß. Ein kastriertes Böckchen mit mehreren Weibchen ist, sofern die Mädels das Böckchen akzeptieren, kein Problem.
Tipps und Tricks
Die meiner Meinung nach beste Methode, zwei Chins aneinander zu gewöhnen ist, sie in zwei getrennte Käfige zu setzen, die nebeneinander stehen. Das Gitter sollte allerdings nicht so groß sein, dass die Tiere mit dem Schnäuzchen hindurch und sich gegenseitig beißen können. So können sie sich in Ruhe kennenlernen und an den Geruch des anderen gewöhnen. Anfangs kann es sein, dass sie sich angiften und fauchen, das ist aber normal und noch kein Grund zur Sorge.
Nach ein paar Tagen sollte man die Tiere gemeinsam auf den Arm nehmen und beobachten, wie sie aufeinander reagieren. Sollte es zu einer Beißerei kommen, kann man so schnell eingreifen.
Wenn die Tiere auf dem Arm friedlich aufeinander reagieren, kann man sie in einem neutralem Zimmer (also wo keiner der beiden Besitzansprüche hat) gemeinsam laufen lassen. Wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, ob sich die Zwei auch wirklich angefreundet haben, sollte man sie wieder in die getrennten Käfige setzen und den gemeinsamen Freilauf öfters wiederholen.
Es gibt auch Fälle, wo aus zwei bockigen Chins die besten Freunde wurden, indem man sie in eine Transportbox setzt. Zusätzlich kann man sie noch unter leichten Stress setzen - z.B. in dem man mit der Transportbox dorthin geht, wo ungewohnte Geräusche sind oder indem man eine Runde mit dem Auto mit ihnen fahren. Dadurch werden sie vom Streiten abgelenkt bzw. kuscheln sich zusammen. Außerdem können sie sich auf engem Raum nicht jagen. Der Nachteil dabei ist allerdings, das man nicht so schnell eingreifen kann, falls sie in der Transportbox doch zum Raufen anfangen sollten.
Wenn sich die Chinchillas angefreundet haben und in einen Käfig einziehen sollen, wo einer der beiden Besitzansprüche hat, sollte man vorher die Streu wechseln und die Sitzbretter mit Essigwasser reinigen, damit es zu keinen Revierkämpfen kommt. Oft werden aus den dicksten Freunde nämlich blitzschnell Feinde, wenn es darum geht, das eigene Territorium zu verteidigen. Und denk dran: Man kann eine Freundschaft zwischen zwei Chins nicht erzwingen - wenn sie sich nicht mögen und man sie trotzdem nicht trennt, wird es früher oder später einen Todesfall geben. Da können Chinchillas ganz schön grausam sein - der Dominantere lässt z.B. den anderen verhungern, indem er ihn nicht mehr aus dem Schlafhäuschen lässt.
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